Freie Liebe schon in den 50er Jahren – dank Penicillin

Als Begründer der sexuellen Revolution und der “freien Liebe” wird gewöhnlich die Hippie-Bewegung der späten 60er Jahre genannt, die in dieser Zeit mit vielen Tabus brach.

Geht es nach dem amerikanischen Ökonomen Andrew Francis muss die Geschichte der freien Liebe jedoch neu geschrieben werden: In seiner neuen Publikation “Lohn der Sünde” setzt der Forscher nämlich die 50er Jahre als Meilenstein der Geschichte fest und benennt als Grund die Entdeckung des Penicillins.

Penicillin als Medikament gegen Syphilis

Nachdem Penicillin im 2.Weltkrieg zunächst vor allem bei verwundeten Soldaten zum Einsatz kam, wurde es nach Kriegsende auch als ziviles Heilmittel für alle möglichen Infektionskrankheiten produziert. Dazu gehörte auch die Syphilis, die zu diesem Zeitpunkt am weitesten verbreitete Geschlechtskrankheit in den USA.

Im Jahr 1939, auf dem Höhepunkt der Syphilis-Welle, starben allein in den Vereinigten Staaten 20.000 Menschen an einer Infektion. Nachdem sich Penicillin als wirksames Mittel gegen die heimtückische Krankheit erwiesen hatte, sank die Zahl der Todesopfer um 75 Prozent und die Neuansteckungen gingen sogar um 95% zurück.

Freie Liebe

Freie Liebe in den Fünfzigern (©fiftieswedding.com)

Außereheliche Schwangerschaften statt Syphilis

Soweit so erfreulich, doch was dies nun mit der “freien Liebe” zu tun hat? Nun, Andrew Francis untersuchte zahlreiche Statistiken aus diesem Zeitraum und stellte dabei interessante Zusammenhänge fest:

  • Syphilis-Erkrankungen gingen zurück
  • Außereheliche Geburtenrate stieg
  • Mehr Tripper-Infektionen as zuvor
  • Steigende Zahl der minderjährigen, unverheirateten Mütter

Alles Hinweise darauf, dass sich die Amerikaner freizügiger gebärdeten, sobald das Damoklesschwert der tödlichen Syphilis nicht mehr über ihnen hing.

Eine Zeit, die übrigens schon Jack Kerouac in seinem Klassiker “On the Road” festhielt, der nicht wie viele annehmen, in den 60er Jahren entstand, sondern schon im Jahrzehnt zuvor.

Wie sieht es heute aus?

Eine ähnliche Situation gibt es auch heute wieder, warnt Francis in seiner Studie: Seit es wirksamere Medikamente gegen AIDS gibt und die HIV-Infektion nicht mehr zwangsläufig tödlich verläuft, ist auch das Sexualverhalten der Menschen, insbesondere der besonders betroffenen Homosexuellen, wieder riskanter geworden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Uncategorized von Eva. Permanentlink.

Über Eva

Ich habe Journalismus studiert und bin nach dem Studium nach Berlin gezogen, um dort als freiberufliche Journalistin tätig zu sein. Meine Schwerpunkte sind Medizin, Gesundheit und Fitness. In meiner Freizeit gehe ich gerne joggen oder Rad fahren. Dabei halten mich meine zwei Hunde immer auf Trab. Ab und zu darf es dann aber auch gerne mal ein gemütliches Buch auf dem Sofa sein.

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